Werkstatt suchen

Werkstätten als Wirtschaftsfaktor

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es etwa 690 anerkannte Hauptwerkstätten für behinderte Menschen. Die Werkstätten haben rund 246.000 Beschäftigte (Stichtag: 31.12.2004, Quelle: BAG:WfbM).

Nach einer Studie der con_sens GmbH Hamburg zur "Bestands- und Bedarfserhebung in Werkstätten für behinderte Menschen" (PDF-Datei), welche 2002/03 im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordung durchgeführt wurde, wurde geschätzt, dass die Zahl der Werkstattbeschäftigten bis zum Ende des Jahres 2010 noch auf über 254.000 ansteigen wird, in den Folgejahren aber wieder leicht sinken wird.
Aber anders als in der Vorhersage dieser Studie haben sich die Werkstattplätze in der Vergangenheit stetig erhöht. Aus diesem Grund hat das BMAS eine weitere Studie unter dem Titel: "Entwicklung der Zugangszahlen in Werkstätten" in Auftrag gegeben. Die Studie wird von der Gesellschaft für Integration, Sozialforschung und Betriebspädagogik gGmbH (ISB) mit Sitz in Berlin in der Zeit vom 01.01.2007 - 31.07.2008 durchgeführt. Weitere Infos finden Sie hier.

Der Gesamtumsatz der Werkstätten für behinderte Menschen liegt bei über 1 Mrd. Euro pro Jahr.

Angesichts dieser Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass die Werkstätten für behinderte Menschen neben dem Eingliederungsauftrag auch einen erheblichen Wirtschaftsfaktor darstellen. Die Erzielung wirtschaftlicher Arbeitsergebnisse ist auch im Hinblick darauf wichtig, dass die Vermarktung der Arbeitsergebnisse sich auf die Entlohnung der Beschäftigten auswirkt. Des weiteren werden die Sozialleistungsträger entlastet, was sich wiederum auf die Ausstattung (Personal- und Sachkosten) der Werkstätten auswirken kann.
Die gesetzliche Vorgabe, dass ein möglichst breites Angebot an Arbeitsbereichen in den Werkstätten vorgehalten werden soll, hat dazu geführt, dass diese heute in nahezu allen Industrie-, Handwerks- und Dienstleistungsbereichen tätig sind.
Einen Überblick über die verschiedenen Angebote von Werkstätten finden Sie auf unserem Marktplatz.

Damit die Werkstätten für behinderte Menschen überhaupt wettbewerbsfähig sind, wurden durch eine Reihe entsprechender Rechtsnormen Anreize für Auftraggeber geschaffen:

Ausgleichsabgabe

Das Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX) verpflichtet alle privaten und öffentlichen Arbeitgeber, die die vorgeschriebene Zahl schwerbehinderter Menschen nicht beschäftigen, zur Zahlung einer Ausgleichsabgabe für jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz. Betroffen sind Betriebe mit mindestens 20 regelmäßig Beschäftigten, die mindestens 5% der Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten zu besetzen haben.
Für die Höhe der Ausgleichsgabe gibt es eine Staffelung zwischen 105 und 260 Euro pro Monat, die abhängig ist von dem Erfüllungsgrad der Pflichtquote. Ein Betrieb mit 100 Beschäftigten und einer Beschäftigungsquote von unter 2% kommt so im Jahr auf die stolze Summe von 15.600 Euro.
Allein im Jahr 2003 wurden an die Bundesanstalt für Arbeit über 214 Mio. Euro Ausgleichsabgabe (2002: über 222 Mio. Euro, Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit) gezahlt.

Unternehmen, die Aufträge an eine anerkannte Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) vergeben bzw. Lieferungen und Dienstleistungen von diesen erhalten, können nach § 140 SGB IX 50% des auf die Arbeitsleistung der Werkstatt entfallenden Rechnungsbetrages (Gesamtrechnungsbetrag abzüglich Materialkosten) auf die von ihnen abzuführende Ausgleichsabgabe anrechnen. So ist jede Werkstattrechnung mit Ausweis des anzurechnenden Betrages zugleich eine Gutschrift.

Vergabe von Aufträgen durch die öffentliche Hand

Die öffentlichen Einrichtungen sind nach § 141 SGB IX gesetzlich verpflichtet, Aufträge, die von anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen ausgeführt werden können, diesen bevorzugt anzubieten. Der Zuschlag ist den Werkstätten immer dann zu erteilen, wenn deren Angebot ebenso wirtschaftlich oder annehmbar ist, wie das eines Bewerbers, der nicht bevorzugt ist. Wirtschaftlich ist ein Angebot von anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen immer dann, wenn es den Angebotspreis des wirtschaftlichsten Bieters um nicht mehr als 15 % übersteigt.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat am 10. Mai 2001 eine Richtlinie für die Berücksichtigung von Werkstätten bei der Vergabe öffentlicher Aufträge herausgegeben (Gz.: I B 3 -26 23 55/1, Bundesanzeiger Nr. 109 vom 16. Juni 2001, S. 11773).

Auf dem Marktplatz können Sie sich über das Leistungsspektrum der Werkstätten für behinderte Menschen informieren und gezielt nach einer passenden Werkstatt in Ihrer Nähe suchen.

Steuerrecht

Werkstätten für behinderte Menschen sind nach dem Steuerrecht sogenannte "Zweckbetriebe". Dies hat zur Folge, dass Umsätze lediglich dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 % unterliegen. Angebote von Werkstätten für behinderte Menschen können damit oft günstiger sein als die Konkurrenz.

Foto aus einer WfbM

Sparen Sie bei Ihrer Ausgleichsabgabe!

Reduzieren Sie Ihre Abgaben indem Sie Aufträge an WfbM vergeben. Schalten Sie jetzt und hier eine Ausschreibung.

Aktuelles

29.10.2009
Porträt der NORDCAP WfbM ist online

06.08.2009
Behindertenbericht 2009
Der Bericht der Bundesregierung über die Lage von Menschen mit Behinderungen für die 16. Legislaturperiode wurde am 15.07.2009 veröffentlicht und kann hier heruntergeladen werden.

12.03.2009
Werkstätten vor neuen Herausforderungen
Das BMAS stellt am 20. März 2009 auf der Werkstättenmesse in Nürnberg eine aktuelle Studie über den Zugang und die Beschäftigung in Werkstätten für behinderte Menschen vor.
weitere Informationen

07.10.2008
Unmöglich, denkst du
Mit dieser Kampagne und ihren eher ungewöhnlichen Fotomotiven will die BAG:WfbM die Leistungen von WfbM stärker bekannt machen.
www.denkst-du.de

 

Literaturempfehlung

Cover: Cramer, Horst: Werkstätten für behinderte Menschen.Wolfgang Trunk: Qualität der pädagogischen Arbeit in Werkstätten für behinderte Menschen. Gestaltung und Umsetzung. Beuth Verlag (Berlin) 2006. Reihe: DGQ-Band - 31-21. Therapeutische Einrichtungen.
Rezension bei socialnet
Bestellung über unsere Partnerbuchhandlung

Veranstaltungen

03.-06.09.2009
2. Deutsche Fußball-Meisterschaft der Werkstätten in Duisburg
weitere Informationen

11.-14.03.2010
Werkstätten:Messe 2010 in Nürnberg
weitere Informationen

neue Ausschreibungen

  • 04.12.2009
    Korkparkett
  • 16.10.2009
    Fertigung von Hundefressplätzen
  • 20.07.2009
    Konfektionieren eines Flachkartonproduktes
  • 18.05.2009
    Siebdruck und Zuschnitt von Logos

Möchten Sie auch Aufträge an WfbM vergeben?
weitere Infos

Möchten Sie als Werkstatt Zugang zu den Ausschreibungen? Dann schalten Sie jetzt einen erweiterten Eintrag!